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Knöchel verstaucht: Die besten Bandagen und wie du sie richtig einsetzt
Sprunggelenkbandagen: Wenn du dir den Knöchel verstaucht hast, können diese Bandagen helfen.
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Kim Van Deventer
Jun 5, 2022
Mit einer Sprunggelenkbandage kannst du das Reha-Programm für deinen verstauchten Knöchel früher starten und schützt dich vor einer erneuten Verletzung. Hier erfährst du, wie Bandagen bei einem verstauchten Knöchel wirken und welche für dich am besten geeignet sind.

Du hast dir den Knöchel verstaucht und möchtest jetzt natürlich, dass dein Sprunggelenk so schnell wie möglich verheilt, damit du wieder tun kannst, was du liebst. Sportärzte und Reha-Profis empfehlen hier häufig, eine Bandage zu tragen. Du fragst dich, wie die funktioniert? Und ob sie auch in deinem speziellen Fall hilft?

In diesem Artikel verraten wir, wie und warum Sprunggelenkbandagen die Heilung einer Verstauchung beschleunigen können, und welche Bandage die richtige für dich ist.

So helfen Bandagen bei einer Knöchelverstauchung

Das beste Heilmittel heißt „Bewegung“.

Studien zeigen, dass es bei einem verstauchten Knöchel hilft, sich möglichst früh wieder zu bewegen. Völlige Ruhigstellung ist dagegen weniger sinnvoll. Die Bewegung pumpt frisches Blut in den verletzten Bereich, sorgt für eine gute Versorgung der Gelenke und regt den Körper an, das verletzte Gewebe wieder zu reparieren. All dies beschleunigt die Heilung und verringert das Risiko, sich wieder zu verletzen.

Daher ist es in der Regel am besten, einen verstauchten Knöchel so schnell wie möglich wieder zu bewegen. Das bedeutet aber auch, dass du ihn schützen musst, während er verheilt. Sonst steigt das Risiko für neue Verletzungen oder deine Verletzung wird wieder schlimmer, bevor sie richtig ausgeheilt ist.

Das Problem ist das richtige Maß. Wieviel Bewegung ist zu viel und wieviel zu wenig? Wie kannst du gleichzeitig dein Sprunggelenk schützen und etwas für eine schnellere Heilung tun?

Die Lösung: Sichere Bewegung

Sichere Bewegung hilft dir, den Spagat zu meistern. Dabei bewegst du dein Fußgelenk erst einmal innerhalb eines sicheren Bewegungsradius, in dem deine Bänder und anderes verletztes Gewebe nicht oder kaum belastet werden. Vermeide dagegen ausgreifendere Bewegungen. Diese belasten den Knöchel stark, der ja schon verstaucht und somit geschwächt ist. Hierfür sind Bandagen ideal.

Verstauchte Knöchel werden durch die Einschränkung der Umkehr- und Eversionsbewegung behoben, so dass Sie gehen und laufen können, ohne Ihre Bänder zu strapazieren.

So funktionieren Sprunggelenkbandagen

Studien zufolge ist das Risiko, sich erneut zu verletzen, im ersten Jahr nach einer Sprunggelenkverletzung am größten. Dagegen kannst du etwas tun.

Erstens: Bewege dich so früh wie möglich wieder und absolviere ein sanftes Reha-Programm mit speziellen Übungen, die deine Positionswahrnehmung verbessern. So kannst du das Risiko einer erneuten Verletzung um bis zu 40 % senken.

Wenn du deinen verstauchten Knöchel zusätzlich mit einer Bandage stabilisierst (etwa 4-6 Wochen lang), verkürzt das wissenschaftlichen Studien zufolge die Heilungsdauer und senkt das Risiko von neuen Verletzungen um 50-70 %.

Bandagen helfen vor allem durch:

1
Kompression und Stabilisierung von Sprunggelenk und Bändern.
2
Einschränkung des Bewegungsradius des Sprunggelenks (unterschiedlich stark).

Kompression und Stabilität

Bandagen üben Druck auf den verletzten Bereich aus und stützen den Knöchel. Das führt zu:

  • weniger Schwellungen und Schmerzen
  • besserer Positionswahrnehmung des Sprunggelenks (d. h. Gefühl für die Stellung der Knochen zueinander)

Die Positionswahrnehmung, auch Propriozeption genannt, ist die Fähigkeit deines Körpers, zu fühlen, wo und in welcher Lage er sich befindet. Dafür hast du „Sensoren“ in Gelenken, Muskeln und Bändern.

Bei einer Sprunggelenkverstauchung, werden diese sogenannten Propriozeptoren oft mit verletzt und brauchen Zeit zum Heilen. Das kann allerdings Monate dauern. Indem du das Gelenk während der Heilung stabilisierst, kannst du deine Positionswahrnehmung verbessern.

Wie das funktioniert? Die Bandage drückt leicht auf die Haut um den Knöchel herum, die voller winziger Sensoren ist. Diese senden aufgrund dieses Kompressionsdrucks mehr Signale an dein Gehirn, um diesem mitzuteilen, was mit deinem Fußgelenk passiert. Dadurch baut dein Gehirn mehr Nervenverbindungen auf und kann die Bewegungen deines Fußgelenks besser wahrnehmen und kontrollieren.

Einschränkung des Bewegungsradius

Mit einer Knöchelbandage kann sich dein Sprunggelenk nur in einem gewissen Radius bewegen. So gerät es nicht in gefährliche Positionen, in denen es schnell zu neuen Verletzungen kommt.

Bei Sprunggelenkverstauchungen trifft es am häufigsten die Bänder an der Außenseite. Sie werden überdehnt, weil der Fuß zu stark nach innen kippt.

Mit einer Sprunggelenkbandage kann sich dein Fuß nach oben und unten bewegen. Er kann jedoch nicht nach innen oder außen kippen. So kannst du gehen und laufen, ohne deine verletzten Bänder dabei zu belasten.

Welche Bandage oder Schiene hilft am besten bei einem verstauchten Knöchel?

Es gibt viele verschiedene Arten von Schienen und Bandagen. Was für dich am besten ist, hängt ab von:

1. Der Stärke deiner Schmerzen

Je schwerwiegender deine Verletzung, desto mehr Stabilität brauchst du.

2. Deinen Reha-Zielen für die einzelnen Heilungsphasen

In der Anfangsphase brauchst du möglicherweise eine stabile Schiene, die den Bewegungsumfang deines Sprunggelenks zuverlässig einschränkt und starken Kompressionsdruck ausübt. Wenn es deinem Fuß dann nach den ersten Reha-Stufen wieder besser geht, kann eine leichtere Bandage sinnvoll sein, die mehr Bewegung zulässt und weniger Druck erzeugt.

Du möchtest wissen, welche Übungen die Heilung deiner Verletzung am besten fördern? In unserem Blog findest Du einen eigenen Artikel mit Übungen speziell für verstauchte Sprunggelenke. Du kannst natürlich auch einfach den kostenlosen Reha-Plan für verstauchte Sprunggelenke in der Exakt Health App nutzen.

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3. Was du während der Heilungsphase (und danach) machen möchtest

Während deine Verletzung verheilt, sollte dich deine Bandage auf keinen Fall daran hindern, Sport zu treiben und so aktiv zu sein, wie gut für dich ist und wie du möchtest. Und sie sollte dir das richtige Maß an Unterstützung dafür bieten.

Wenn du beispielsweise wieder mit dem Laufen beginnen möchtest, sollte die Bandage dir genügend Stabilität für diese hohe Belastung geben, ohne deinen Bewegungsradius zu sehr einzuschränken. Wenn du dagegen eher wieder Fußball spielen möchtest, brauchst du mehr Halt für abrupte Bremsmanöver und Richtungswechsel.

Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass du im Laufe deiner Reha wahrscheinlich verschiedene Bandagen brauchst. Am Anfang ist eventuell eine stabile Schiene am besten, die das Sprunggelenk fest zusammendrückt und mit der du den Fuß nur wenig bewegen kannst. In den späten Reha-Phasen, wenn deine Verletzung schon zu einem gewissen Grad verheilt ist, kann eine Bandage mit weniger Kompression besser sein, die dir mehr Bewegungsfreiheit lässt.

4. „Die beste Sprunggelenkbandage“ gibt es nicht

Trotz der großen Zahl verschiedenster Produkte bietet der Markt keine Universalbandage für alle Knöchelverstauchungen. Vielmehr solltest du dich fragen, wie du dein Sprunggelenk am besten schützen kannst. Das hängt von deiner Verletzung sowie deinen individuellen Zielen und Bedürfnissen ab.

Knöchel verstaucht: Diese Bandagen und Schienen gibt es

Knöchel- oder Sprunggelenkbandagen gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien wie elastischem Stoff, Neopren, Kunststoff oder Metall.

Bei verstauchten Sprunggelenken werden hauptsächlich zwei Arten dieser sogenannten Orthesen verwendet:

1
Flexible Bandagen
2
Halbstarre Schienen

Flexible Sprunggelenkbandagen

Flexible, weiche Bandagen tragen sich leicht und bequem und das Anlegen ist unkompliziert. Allerdings bieten sie keinen Schutz für die Bänder in deinem Sprunggelenk.

Sie sind bei leichten Knöchelverstauchungen zu empfehlen, da sie den Knöchel geringfügig stützen und durch ihre leichte Kompressionswirkung Schwellungen und Schmerzen verringern. Bei einer schwerwiegenderen Verstauchung können sie auch sinnvoll sein, aber normalerweise nur in Kombination oder im Wechsel mit einer stabileren Schiene.

Es gibt verschiedene Arten von flexiblen Bandagen für Verstauchungen:

  • Kompressionsbandage: Wickelbandage aus dehnbarem Material, die um das Sprunggelenk gelegt wird (normalerweise in Form einer Acht)
  • Tubigrip-Bandage: Schlauch aus dehnbarem Tubigrip-Material, der über Fuß und Knöchel gezogen wird. Waden und Knöchel sind nicht bei jedem Menschen gleich dick, daher gibt es verschiedene Größen.
  • Schlauchbandage: Funktioniert wie eine Tubigrip-Bandage, besteht aber aus anderen Materialien wie Neopren, Elasthan oder Nylon.
  • Stoffbandage: Lange Stoffstreifen, die um den Knöchel gewickelt und mit Klettverschlüssen befestigt werden.
Beispiel für eine weiche Knöchelstütze bei einer Knöchelverstauchung.

Halbstarre Sprunggelenkschienen

Halbstarre Schienen bestehen aus festeren Materialien wie Kunststoff und Metall. Sie sind mit Stabilisatoren (oft abnehmbar) auf beiden Seiten ausgestattet und haben eine Oberfläche aus Mesh-Gewebe oder wasserdichtem Stoff. Außerdem gibt es Varianten mit Schnür- oder Riemenbefestigung oder auch Kombinationen aus beidem.

Sprunggelenkschienen sind in der Regel unbequemer als flexible Bandagen und durch die eingeschränkte Beweglichkeit kann das Anlegen unangenehm sein. Sie bieten jedoch ein hohes Maß an Stabilität und sind daher ideal für:

  • Mittlere bis schwere Knöchelverstauchungen
  • Instabile Sprunggelenke oder bei häufigen Verstauchungen desselben Gelenks
  • Wenn zusätzliche Unterstützung bei anstrengenden Aktivitäten oder beim Wiedereinstieg ins Training nötig ist

Halbstarre Schienen für Sprunggelenkverstauchungen gibt es in verschiedenen Ausführungen:

  • Schienen mit Verschlussriemen
  • Schienen mit Schnürung (perfekt beim Sport, weil sie weniger behindern)
  • Schiene mit Kombination aus Schnürung und Riemen (bietet Rundumschutz für den Knöchel)

Was hilft besser bei einem verstauchten Sprunggelenk? Eine flexible Bandage oder eine halbstarre Schiene?

Beispiel für eine halbstarre Knöchelverstauchung. Sie bieten guten Schutz.

Die meisten Studien und auch unsere eigenen klinischen Erfahrungen zeigen, dass halbstarre Schienen bei Knöchelverstauchungen besser wirken, weil sie Bänder und Gelenk im Knöchel zusätzlich stabilisieren. Wenn du dir den Knöchel verstaucht hast, bieten flexible Bandagen nicht genug Halt, sodass die Gefahr größer ist, dass deine Bänder noch während der Heilung wieder verletzt werden.

Sprunggelenkverstauchungen tapen

Viele Sportler stabilisieren ihre verletzten Knöchel mit Tape. Allerdings ist die wissenschaftliche Beweislage hier eher dünn. Es gibt kaum bzw. nur widersprüchliche Studien darüber, ob Tapen die Heilung fördert und weitere Knöchelverletzungen verhindert.

Bei verstauchten Sprunggelenken werden hauptsächlich zwei Arten von Tape verwendet:

Sporttape, auch nichtelastisches Tape genannt

Nichtelastisches Tape (Zinkoxid-Tape) ist am stabilsten. Es bietet festen Halt und lässt sich nicht dehnen. Es wird häufig verwendet, um das Sprunggelenk beim Sport zu stabilisieren und zu schützen.

Das Umwickeln eines verstauchten Knöchels mit einem starren Zinkoxidband kann helfen, den Knöchel zu stabilisieren und eine erneute Verletzung zu verhindern.

Kinesiotape

Kinesiotape ist ein dehnbares, therapeutisches Tape, das sich mit der Haut dehnt und bewegt. Zwar gibt es hierzu keine klaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, dennoch soll Kinesiotape zur Schmerzlinderung beitragen, Entzündungen lindern und die Durchblutung fördern.

Bei einem verstauchten Knöchel bietet Kinesiotape jedoch nicht genug Stabilität.

Kinesiotape vs. Sporttape Was hilft besser bei Sprunggelenkverstauchungen?

Beispiel für ein K-Tape bei einer Knöchelverstauchung.

Bei einem verstauchten Knöchel sollte man definitiv besser zum Sporttape greifen. Es bietet mehr Halt und stabilisiert das Gelenk besser.

Bandage oder Tape: Was hilft besser bei einem verstauchten Knöchel?

Studien deuten darauf hin, dass Sprunggelenkbandagen (bzw. in schwereren Fällen Schienen) bessere Ergebnisse erzielen als Sporttape (nicht elastisch) oder Kinesiotape (elastisch). Warum wir bei einem verstauchten Knöchel Bandagen bzw. Schienen empfehlen:

  • Sie lassen sich schnell und unkompliziert anlegen (du brauchst keine Anleitungen und keine Hilfe)
  • Sie verlieren ihre stabilisierende Wirkung nicht und lassen sich gut anpassen
  • Du kannst sie lange tragen, ohne dass sie deine Haut reizen
  • Auf lange Sicht sind Bandagen und Schienen günstiger, da du sie wie Kleidung viele Male tragen kannst. Tape dagegen lässt sich nicht wiederverwenden.

Fazit

Unterm Strich stellen wir fest, dass halbstarre Schienen dein Sprunggelenk wirksamer schützen und seine Heilung nach einer Verstauchung besser fördern als alles andere. Die zweite Wahl, wenn du dir deinen Knöchel verstaucht hast, ist eine flexible Bandage, noch vor Tape. Wenn du tapen möchtest, dann bitte mit nichtelastischem Sporttape, das ist besser als Kinesiotape.

Die allerbeste Methode zur Behandlung eines verstauchten Sprunggelenks ist jedoch ein abgestuftes, auf deine Bedürfnisse zugeschnittenes Reha-Programm mit Übungen für Beweglichkeit, Kraft und Positionswahrnehmung. Dazu kann eine Schiene sinnvoll sein, um die Heilung zu fördern und dein Sprunggelenk vor erneuten Verletzungen schützen.

Die Exakt Health App enthält einen Behandlungsplan für verstauchte Sprunggelenke mit allen Übungen, die du brauchst, damit deine Verletzung verheilt. Außerdem gibt die App praktische Tipps und Ratschläge, wie du die Heilung beschleunigen kannst. Zum Beispiel, ob Bandagen helfen oder wann Taping sinnvoll ist.

Wenn du eine Anleitung für die Behandlung deines verstauchten Sprunggelenks suchst, ist die Exakt Health App perfekt für dich. Sie ist kostenlos und bedienerfreundlich.

Gute Besserung und viel Erfolg!

Symbol für verstauchtes Sprunggelenk
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Kim Van Deventer
Kim Van Deventer ist freiberufliche Autorin im Gesundheitswesen und Strategin für digitale Inhalte für Unternehmen im Gesundheitswesen und Agenturen für medizinische Inhalte. Sie hat mehr als 14 Jahre als Physiotherapeutin gearbeitet und sich auf die Rehabilitation von Sportverletzungen, die Behandlung chronischer Schmerzen und die Gesundheit von Frauen spezialisiert. Kim kombiniert ihre klinische Erfahrung mit ihren Fähigkeiten im digitalen Marketing, um relevante und hilfreiche Inhalte zu erstellen, die das Leben der Patienten verbessern.
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